Unsere Arbeit auf der Kiwiplantage

Als nächstes sind wir nach Te Puke gereist, der Kiwi Hauptstadt der Welt. Wir haben vier Wochen auf unzähligen Kiwifeldern gearbeitet und wissen vieles darüber. Das können wir jetzt an euch weitergeben, da es glaube ich nicht so uninteressant ist, wie Kiwipflanzen gepflegt werden.

Die Kiwipflanzen sind in Reihen angepflanzt. Die Äste der weiblichen Pflanzen werden waagerecht über straffgezogene Leinen gelegt, die Äste der männlichen nicht. Sie bleiben buschig. Durch das Hochlegen der Äste kann man super zwischen den Reihen durchlaufen, praktisch unter den Ästen.

Die Kiwisaison geht von Anfang Oktober bis Ende März. Im Oktober sind erstmal die Goldkiwis dran. Man geht durch die Reihen und macht „Bud thinning“, das heißt man lichtet die Knospen aus. Die Goldkiwi ist eine Hochzüchtung, die süßer schmeckt. Dadurch produziert die Pflanze viel mehr Knospen. Sie hängen meist zu dritt an einem Strang, sodass es unsere Aufgabe war, die zwei äußeren zu entfernen. Somit wird die zurückgelassene Knospe größer und hat genug Platz und Kraft eine große Kiwi zu werden. Außerdem hängen meist zu viele Knospen an einem Ast, sodass wir welche entfernen mussten, damit der Ast die Kiwis überhaupt tragen kann.

Ende Oktober sind dann auch die grünen Kiwipflanzen dran, diese sind nämlich die Ursprungspflanze. Sie sehen viel natürlicher und wilder aus und haben viel weniger Knospen. Beim schnelleren Durchlaufen der Reihen findet man nur selten Knospen-Trios. Dafür gibt es an den Pflanzen allerdings viel mehr missgebildete Knospen, die später natürlich keine schön geformten Kiwis werden und wir sie somit abmachen müssen. Das war auch bei den Goldkiwis der Fall, allerdings eher selten.

Teilweise war auch „Tipping“ unsere Arbeit. Hierbei drückt man die Enden der Triebe zusammen, damit diese nicht noch um einige Meter länger werden und dann Ende der Saison dem Abschneider noch mehr Arbeit machen. Man darf die Triebspitzen nicht abknipsen, denn sonst bilden sich einfach wieder mehrere neue. Nur zerquetschen.

Die Goldkiwis bedürfen also viel mehr Arbeit als die normalen grünen Kiwis. Dadurch ist es auch verständlich, warum die goldenen viel teurer sind. Auch hier.

Nach der Arbeit hat man sehr dreckige Daumen und Zeigefinger, auch noch Tage danach. Das gute an der Arbeit ist, dass man relativ einfach und schnell gutes Geld macht und den ganzen Tag draußen an der frischen Luft ist. Ihr wisst ja nicht wie herrlich ein Morgenkonzert der Vögel in den riesen Hecken um die Kiwifelder ist. Zudem bekommt man den ganzen Tag gratis Vitamin D durch die Sonne.

Die Kiwiernte ist leider erst im März. Mal gucken, ob wir die auch schaffen.