Tongariro Nationalpark

Als nächstes sind wir für ein paar Tage in den Tongariro Nationalpark gefahren. Der Mount Tongariro ist ein Berg mit fast 2000m Höhe und liegt in der Mitte der Nordinsel. Das „Tongariro Alpine Crossing“ gilt als die schönste Tageswanderung Neuseelands. Diese konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir suchten uns einen schönen Tag aus und fuhren früh zu dem Endpunkt der Wanderung. Von dort aus brachte uns ein Shuttle direkt zu dem Anfangspunkt. Wir wanderten um acht los. Die Wanderung ist etwa 20km lang und wurde als anspruchsvoll beschrieben. Und das war sie auch. Wir kamen geschafft und mit schmerzenden Beinen nach acht einhalb Stunden auf der anderen Seite des Berges an. Der Weg bis dahin war allerdings wirklich unglaublich schön. Er führte uns teilweise über Holzstege, teilweise allerdings auch steil bergauf über steiniges Geröll, wo es echt anstrengend wurde zu laufen, wenn unter einem alles wegrollt und die Luft so schon dünn ist in der Höhe. Die Wanderung ging über den Mount Tongariro, vorbei an dem Mount Ngauruhoe, der in den „Herr der Ringe“-Filmen als „Schicksalsberg“ genutzt wurde. Beide Berge sind natürlich auch Vulkane. Unser Weg ging also durch herrliche Vulkanlandschaften und auch mal kurz durch Schnee. Wir kamen außerdem an der „Soda Spring“, dem Süd- und dem „Roten Krater“, sowie dem „Blue Lake“ und den „Emerald Lakes“ vorbei. Der Anblick der Seen hier oben war überwältigend. Im Spiel sind hier natürlich wieder thermale Aktivitäten, denn es handelt sich ja um Vulkane. Somit sehen die See durch die Mineralien in den Gesteinen so farbenfroh aus. Natürlich folgte dem auch wieder ein leichter Geruch von faulen Eiern. Von dem Hochpunkt aus konnte man bis zu beiden Küsten sehen und auch auf der kompletten Hälfte der Wanderung hatte man immer eine super Sicht auf den Mount Egmont/Taranaki, der auf der südwestlichen Spitze der Nordinsel steht. Insgesamt war die Wanderung sehr schön und sehr zu empfehlen. Außerdem hatten wir, vom Wetter her, den perfekten Tag erwischt. Was für ein Glück!

Im Tongariro Nationalpark haben wir uns an anderen Tagen außerdem noch das „Whakapapa Village“, die „Taranaki Falls“ und die „Tawhai Falls“ angeschaut. Alles natürlich verbunden mit schönen Wanderungen. Die „Tawhai Falls“ werden auch „Gollums Pool“ genannt, weil dort eine Szene aus „Herr der Ringe“ gedreht wurde.

Napier und Hastings

Wir haben unsere Reise mit einem Aufenthalt in Napier fortgesetzt, geplant waren zwei bis drei Tage, daraus sollten jedoch zwei Wochen werden. Diese verbrachten wir mit der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Napier und der nebenan gelegenen Stadt Hastings, ebenfalls waren wir für 5 Tage auf einer Steinobstplantage arbeiten.

Napier und Hastings sind zwei, für neuseeländische Verhältnisse, größere Städte an der Ostküste der Nordinsel, die im spanischen Stil errichtet wurden. So findet man viele kleine Häuser in der Stadt die für uns eher den Look eines Wild-West-Hauses aufwiesen, soll wohl aber der spanische Stil sein. Durch die Ostküstenlage beider Städte gibt es zudem den Vorteil, dass es eine sehr regenfreie Zone ist und auch wir kamen in den Genuss von zwei Wochen durchgehendem Sonnenschein, was für das sonst oft eher regnerische Neuseeland eine Seltenheit ist. 

Bei unserer Erkundung durch Napier besuchten wir das historische „Napier Prison“, das ehemalige Gefängnis von Napier. Dort haben wir eine sehr unterhaltsame und auch lehrreiche Tour durch das Gefängnis bekommen, welche uns die Geschichte des Gefängnisses und deren Insassen näher brachte. Hauptsächlich saßen im Napier Prison Bandenmitglieder ein, deren Zeichnungen an die Bettbretter einen Teil der Ausstellung ausmachten.

Napier bietet aber auch etwas für das leichte Gemüt. Zum Beispiel den „Bluffhill Lookout“, welcher einen tollen Ausblick über die ganze Stadt und vor Allem über den Hafen Napiers bietet. Auch ein Spaziergang durch die Stadt mit anschließendem Strandbesuch ist sehr lohnenswert, wenn auch der schwarze heiße Sand nicht gerade zu einem langen Aufenthalt einlädt.

Hastings hingegen besitzt keinen Strand, sondern nur Klippen. Leider konnten wir dem sehr bekannten „Cape Kidnappers“, das ist die größte Tölpelkolonie der Welt, keinen Besuch abstatten, da alle Wege dorthin bis auf Weiteres gesperrt waren. Dafür haben wir uns einen der größten Honigfabrikanten Neuseelands, Arataki Honey, angesehen. Das Familienunternehmen bietet in einem Besucherzentrum eine Ausstellung über die Bienenzucht, sowie eine Honigverkostung, in der wir uns durch alle Möglichen Honigsorten durchprobieren konnten. Es war wirklich beeindruckend wie unterschiedlich Honig schmecken kann.

Ein wenig außerhalb von Hastings liegen die Maraetotara Falls, ein Wasserfall der in einen kleinen Pool mündet in dem man baden kann. Dort verbrachten wir einen ganzen Tag. Es sieht wunderschön aus, wie der Wasserfall in Kaskaden herunterfällt.

Auf unserem wirklich schönen Campingplatz in der Nähe von Napier haben wir dann auch endlich Plätzchen gebacken. Wenn schon keine Weihnachtszeit im Kalten und Dunklen, dann doch wenigstens mit Plätzchen!

Hobbiton und danach

Als „Hobbiton“ ist das stehengelassene Filmset der „Herr der Ringe“-Trilogie und den drei Hobbit-Filmen bekannt. Auch wir kamen in den Genuss uns dieses wunderschöne Filmset ansehen zu können. Die zweistündige Führung, welche interessante Hintergrundfakten zum Dreh lieferte, fand ihren Höhepunkt in der Kneipe, dem „Dragons Inn“, welche auch als Drehort diente. Einziges Manko dabei war, dass wir keinen Applecider ausgeschenkt bekamen, da nur unsere Reisepässe und nicht die von uns mitgeführten Ausweise, als Altersbestätigung angenommen wurden. Wie unten im Bild zu sehen, setzte dies vor Allem Hannahs Stimmung sehr zu.

Nach Hobbiton führte unser Weg weiter zum Lake Waikaremoana . Der Weg dorthin führte uns kilometerweit über sehr beschwerliche und abgelegene Schotterstraßen, welche unserem Auto wohl nicht so gut bekamen. Dafür hatten wir einen Campingplatz für uns alleine und einen malerisch schönen Blick auf den See. Nach zwei Tagen Aufenthalt am See kam dann die böse Überraschung- unser Auto sprang nicht mehr an. Zu unserem großen Glück trafen wir nach kurzem Umherirren auf den Ranger des Gebiets, welcher uns Starthilfe gab und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Dieser Umstand führte allerdings dazu, dass wir wider unserem Plan den See zu umqueren direkt in die nächste größere Stadt fahren mussten.

So führte uns unser Weg nach Wairoa, wo wir lediglich eine Nacht blieben und eine Werkstatt aufsuchten, welche zu unserem Glück unsere Batterie für sehr funktionsfähig erklärte und unser Auto von nun an pannenfrei weiterfahren konnte.

Unser nächster Halt war der Lake Tutira. Wir haben einen Campingplatz in Mitten einer Schafsweide ausfindig gemacht und dort eine Nacht geschlafen. Gegen 5 Uhr wurden wir unliebsam geweckt da unsere Matratze im Auto wackelte. Beide dachten wir, der jeweils andere habe seine Beine nicht unter Kontrolle, wie sich später herausstellte spürten wir ein leichtes Erdbeben, das sein Zentrum jedoch im Norden der Nordinsel hatte. Am Tag unternahmen wir eine kleine, aber doch sehr steile Wanderung, welche einen tollen Ausblick über den ganzen See bot.

Reise nach Hobbiton

Nachdem unser Aufhalt in Taupo ein Ende fand, machten wir uns auf den Weg nach Matamata, um uns dort den berühmten Drehort „Hobbiton“ aus den „Herr der Ringe“-Filmen anzuschauen.

Auf der Fahrt machten wir einen Halt in Waitomo. Dieser Ort ist für seine Glühwürmchenhöhlen weltbekannt. Auch wir konnten uns es nicht entgehen lassen, eine dieser Glühwürmchenhöhlen zu besichtigen. Uns gelang es eine Tour zu finden, die durch zwei unbekanntere Höhlen führte und eine kleinere Gruppe bot, als die meisten anderen Touren. So kamen auch wir in den Genuss Glühwürmchen im Dunkeln betrachten zu können und zusätzlich sogar noch eine Trofsteinhöhle zu sehen. Die Bilder von der Glühwürmchenhöhle können wir euch aus urheberrechtlichen Gründen nur persönlich zeigen, da unsere Handys natürlich keine guten Fotos in der Höhle machen konnten.

Am Abend fuhren wir dann weiter auf einen Campingplatz in der Nähe von Matamata. Auf diesem hatten wir einen wundervollen Überblick über die Landschaft und wir kamen auch in den Genuss von frischen Eiern aus dem Hühnerstall von nebenan.

Taupo

Nach 4 Wochen harter Arbeit haben wir uns von Te Puke aus auf dem Weg nach Taupo gemacht. Taupo liegt ziemlich in der Mitte der Nordinsel am gleichnamigen See „Lake Taupo“. Auf der Fahrt ließ sich perfekt ein Zwischenstopp einlegen, um uns die „Huka Falls“ und die „Craters of the moon“ anzugucken. Bei den Huka Falls hat man eine beeindruckende Aussicht auf den Wasserfall und das wundervoll blaue Wasser.

Die „Craters of the moon“ bieten, ähnlich wie in Rotorua, eine Thermallandschaft, die durch ihre karge Oberfläche ein wenig an Mondkrater erinnern. Auch hier konnten wir, unter deutlich weniger Gestank, dampfende und zischende Erdlöcher begutachten.

Nach einem sehr verregneten Tag machten wir uns wieder auf, um auf einer kleinen Wanderung den Lake Taupo zu erkunden. Die Wanderung führte uns durch grünes, feuchtes Buschland auf einen Berg, von dem aus wir einen exzellenten Blick auf den See hatten.