Bei Jana und Nigel

Nun hatten wir also bei unserer Bekannten Jana im Garten unser Zelt aufgeschlagen. Wir wurden direkt sehr freundlich empfangen und am ersten Tag zu einem BBQ eingeladen. So hielten wir am Abend ein nettes Schwätzchen mit Jana, ihrem Freund Nigel und Janas Eltern, welche für einen Monat zu Besuch da waren.

Nach einem Tag Ruhepause hieß es für uns dann arbeiten. Wie im vorherigen Artikel erwähnt fanden wir Arbeit auf einem Weinfeld. Dabei handelte es sich um eine Winzerei, namens „Neudorf“ mit zwei großen Weinfeldern, welche auf organischen Anbau spezialisiert war. Unsere Aufgabe bestand darin die Weinfelder auf Vordermann zu bringen. Das heißt wir mussten Unkraut entfernen, die Triebe richten und die Blätter lichten, damit der Wein mehr Sonne bekommt. Unser Team bestand aus ca. 10 Mann, unter denen sich auch noch vier weitere Deutsche befanden. Alles in Allem waren wir sehr zufrieden mit unserer Arbeit und dem dortigen Umfeld. Leider war die Arbeit auf zwei Wochen beschränkt und so mussten wir uns weiter nach einem neuen Job umsehen.

Dies stellte sich allerdings schwieriger als gedacht dar, da alle Farmjobs erst ab Ende Februar wieder beginnen und eine Woche mit zwei Feiertagen vor der Tür stand. So beschlossen wir einen Abstecher in den Abel Tasman Nationalpark zu machen und dort für mehrere Tage zu wandern.

Auf dem Weg nach Nelson

Noch während der Weihnachtsfeiertage gelang es uns eine Fähre für die Überfahrt zur Südinsel zu buchen. Noch vor Neujahr setzten wir also auf die Südinsel über. Leider fuhr unsere Fähre von früh um eins bis um vier, was zur Folge hatte, dass wir in der Nacht kaum Schlaf hatten und nichts von den Meeresengen sehen konnten, an denen die Fähre vorbeifuhr. Angekommen in Picton hieß es für uns also erstmal ausruhen und wieder neue Kraft tanken.

Silvester verbrachten wir in Picton, einer kleinen Hafenstadt, in der auch unsere Fähre ankam. Dort wurde zu Neujahrsbeginn ein wunderschönes zentrales Feuerwerk geboten, das auch wir uns ansahen. Schön war auch, dass es das einzige Feuerwerk war und nicht jeder den ganzen Abend durch sein eigenes Feuerwerk zünden konnte.

Den verschenkten Blick auf die Meeresengen, auch Sounds genannt, konnten wir in den nächsten Tagen mit verschiedenen Wanderungen durch die Malborough Sounds nachholen.

Nach unserem Aufenthalt in Picton zog es uns zunächst etwas südlicher nach Havelock. Dort waren wir für zwei Tage an einem Fluss campen, in dem es sich auch toll baden ließ. Das Wasser war auf Dauer nur ein wenig kalt.

Danach ging es zum French Pass, einer Meeresenge in der Nähe von Nelson. Neben einem atemberaubenden Blick auf die Landschaft und das Meer, gab es auch einen kleinen Wanderweg der am Strand endete. Dort konnten wir unsere Beine ins Wasser halten Die Badesachen hatten wir auf Grund der Tatsache, dass der Strand nicht weiter ausgeschildert war leider im Auto gelassen.

Nun sind wir bei unserer Bekannten, Jana, in der Nähe von Nelson angekommen. Hier werden wir etwa einen Monat bleiben und auf einem Weinfeld arbeiten.

Wellington

„Windy Wellington„, wie die einheimischen ihre Hauptstadt nennen, ist weder etwas für Freunde eines mäßigen Lüftchens, noch für Besitzer eines fast 5 Meter langen Autos, denn Wellington bietet sehr wenige und dafür aber teure Autoparkplätze. Für uns bedeutete das erstmal eine halbe Stunde zu versuchen unser Auto in einem viel zu engen Hinterhof unseres Hostels zu parken. Nach dieser Stapaze ging es erst einmal in den Zoo von Wellington, in dem wir fast alleine waren, was allerdings nicht an unserem Glück, sondern wohl eher an dem inzwischen eingesetzten Starkregen lag, der auch dafür sorgte, dass die Anzahl der zu sehenden Tiere genauso niedrig war wie die der Besucher. Eine kleine Entschädigung bot jedoch der Streichelzoo, in dem man freilaufende Kängurus streicheln konnte.

Am nächsten Tag hatten wir geplant schnell unseren Auto-TÜV zu machen und anschließend unsere Fähre auf die Südinsel zu buchen, um noch vor Weihnachten auf selbige überzusetzen. Natürlich war uns auch hier das Glück nicht hold und zu unserer Überraschung bestand unser Auto nicht den TÜV. Nun galt es für uns einen Mechaniker zu finden, der kurz vor Weihnachten noch Zeit und Platz für einen weiteren Auftrag hat. Zudem mussten wir auch noch einen Lackierer finden um eine Roststelle zu beseitigen. Die Suche und die Wartezeit nahmen insgesamt fünf Tage in Anspruch und es kam uns so vor als wären wir von Wellington verflucht. Wenigstens kamen wir preislich gesehen sehr glimpflich davon.

In unserer, uns verbliebenen, freien Zeit, erkundeten wir Wellington. Doch auch die Stadt an sich war nicht sonderlich schön. Immerhin entdeckten wir einen sehr leckeren Thailänder direkt um die Ecke unseres Hostels. Auch waren wir im Nationalmuseum, das sehr viele Exponate zu Land und Leuten in Neuseeland bot.  Insgesamt gesehen hat uns Wellington bis jetzt am schlechtesten gefallen, was sicherlich auch an den äußeren Umständen lag.

Da nun Weihnachten kurz vor der Tür stand, unser Hostel nicht den höchsten Standards entsprach und auch keine Fähre mehr auf die Südinsel zu kriegen war, beschlossen wir wieder zurück nach Levin zu fahren und Weihnachten dort zu verbringen. Wenigstens bestanden wir im zweiten Anlauf den TÜV und konnten somit zuversichtlich in die Feiertage starten…

Tongariro Nationalpark

Als nächstes sind wir für ein paar Tage in den Tongariro Nationalpark gefahren. Der Mount Tongariro ist ein Berg mit fast 2000m Höhe und liegt in der Mitte der Nordinsel. Das „Tongariro Alpine Crossing“ gilt als die schönste Tageswanderung Neuseelands. Diese konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir suchten uns einen schönen Tag aus und fuhren früh zu dem Endpunkt der Wanderung. Von dort aus brachte uns ein Shuttle direkt zu dem Anfangspunkt. Wir wanderten um acht los. Die Wanderung ist etwa 20km lang und wurde als anspruchsvoll beschrieben. Und das war sie auch. Wir kamen geschafft und mit schmerzenden Beinen nach acht einhalb Stunden auf der anderen Seite des Berges an. Der Weg bis dahin war allerdings wirklich unglaublich schön. Er führte uns teilweise über Holzstege, teilweise allerdings auch steil bergauf über steiniges Geröll, wo es echt anstrengend wurde zu laufen, wenn unter einem alles wegrollt und die Luft so schon dünn ist in der Höhe. Die Wanderung ging über den Mount Tongariro, vorbei an dem Mount Ngauruhoe, der in den „Herr der Ringe“-Filmen als „Schicksalsberg“ genutzt wurde. Beide Berge sind natürlich auch Vulkane. Unser Weg ging also durch herrliche Vulkanlandschaften und auch mal kurz durch Schnee. Wir kamen außerdem an der „Soda Spring“, dem Süd- und dem „Roten Krater“, sowie dem „Blue Lake“ und den „Emerald Lakes“ vorbei. Der Anblick der Seen hier oben war überwältigend. Im Spiel sind hier natürlich wieder thermale Aktivitäten, denn es handelt sich ja um Vulkane. Somit sehen die See durch die Mineralien in den Gesteinen so farbenfroh aus. Natürlich folgte dem auch wieder ein leichter Geruch von faulen Eiern. Von dem Hochpunkt aus konnte man bis zu beiden Küsten sehen und auch auf der kompletten Hälfte der Wanderung hatte man immer eine super Sicht auf den Mount Egmont/Taranaki, der auf der südwestlichen Spitze der Nordinsel steht. Insgesamt war die Wanderung sehr schön und sehr zu empfehlen. Außerdem hatten wir, vom Wetter her, den perfekten Tag erwischt. Was für ein Glück!

Im Tongariro Nationalpark haben wir uns an anderen Tagen außerdem noch das „Whakapapa Village“, die „Taranaki Falls“ und die „Tawhai Falls“ angeschaut. Alles natürlich verbunden mit schönen Wanderungen. Die „Tawhai Falls“ werden auch „Gollums Pool“ genannt, weil dort eine Szene aus „Herr der Ringe“ gedreht wurde.

Napier und Hastings

Wir haben unsere Reise mit einem Aufenthalt in Napier fortgesetzt, geplant waren zwei bis drei Tage, daraus sollten jedoch zwei Wochen werden. Diese verbrachten wir mit der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Napier und der nebenan gelegenen Stadt Hastings, ebenfalls waren wir für 5 Tage auf einer Steinobstplantage arbeiten.

Napier und Hastings sind zwei, für neuseeländische Verhältnisse, größere Städte an der Ostküste der Nordinsel, die im spanischen Stil errichtet wurden. So findet man viele kleine Häuser in der Stadt die für uns eher den Look eines Wild-West-Hauses aufwiesen, soll wohl aber der spanische Stil sein. Durch die Ostküstenlage beider Städte gibt es zudem den Vorteil, dass es eine sehr regenfreie Zone ist und auch wir kamen in den Genuss von zwei Wochen durchgehendem Sonnenschein, was für das sonst oft eher regnerische Neuseeland eine Seltenheit ist. 

Bei unserer Erkundung durch Napier besuchten wir das historische „Napier Prison“, das ehemalige Gefängnis von Napier. Dort haben wir eine sehr unterhaltsame und auch lehrreiche Tour durch das Gefängnis bekommen, welche uns die Geschichte des Gefängnisses und deren Insassen näher brachte. Hauptsächlich saßen im Napier Prison Bandenmitglieder ein, deren Zeichnungen an die Bettbretter einen Teil der Ausstellung ausmachten.

Napier bietet aber auch etwas für das leichte Gemüt. Zum Beispiel den „Bluffhill Lookout“, welcher einen tollen Ausblick über die ganze Stadt und vor Allem über den Hafen Napiers bietet. Auch ein Spaziergang durch die Stadt mit anschließendem Strandbesuch ist sehr lohnenswert, wenn auch der schwarze heiße Sand nicht gerade zu einem langen Aufenthalt einlädt.

Hastings hingegen besitzt keinen Strand, sondern nur Klippen. Leider konnten wir dem sehr bekannten „Cape Kidnappers“, das ist die größte Tölpelkolonie der Welt, keinen Besuch abstatten, da alle Wege dorthin bis auf Weiteres gesperrt waren. Dafür haben wir uns einen der größten Honigfabrikanten Neuseelands, Arataki Honey, angesehen. Das Familienunternehmen bietet in einem Besucherzentrum eine Ausstellung über die Bienenzucht, sowie eine Honigverkostung, in der wir uns durch alle Möglichen Honigsorten durchprobieren konnten. Es war wirklich beeindruckend wie unterschiedlich Honig schmecken kann.

Ein wenig außerhalb von Hastings liegen die Maraetotara Falls, ein Wasserfall der in einen kleinen Pool mündet in dem man baden kann. Dort verbrachten wir einen ganzen Tag. Es sieht wunderschön aus, wie der Wasserfall in Kaskaden herunterfällt.

Auf unserem wirklich schönen Campingplatz in der Nähe von Napier haben wir dann auch endlich Plätzchen gebacken. Wenn schon keine Weihnachtszeit im Kalten und Dunklen, dann doch wenigstens mit Plätzchen!

Hobbiton und danach

Als „Hobbiton“ ist das stehengelassene Filmset der „Herr der Ringe“-Trilogie und den drei Hobbit-Filmen bekannt. Auch wir kamen in den Genuss uns dieses wunderschöne Filmset ansehen zu können. Die zweistündige Führung, welche interessante Hintergrundfakten zum Dreh lieferte, fand ihren Höhepunkt in der Kneipe, dem „Dragons Inn“, welche auch als Drehort diente. Einziges Manko dabei war, dass wir keinen Applecider ausgeschenkt bekamen, da nur unsere Reisepässe und nicht die von uns mitgeführten Ausweise, als Altersbestätigung angenommen wurden. Wie unten im Bild zu sehen, setzte dies vor Allem Hannahs Stimmung sehr zu.

Nach Hobbiton führte unser Weg weiter zum Lake Waikaremoana . Der Weg dorthin führte uns kilometerweit über sehr beschwerliche und abgelegene Schotterstraßen, welche unserem Auto wohl nicht so gut bekamen. Dafür hatten wir einen Campingplatz für uns alleine und einen malerisch schönen Blick auf den See. Nach zwei Tagen Aufenthalt am See kam dann die böse Überraschung- unser Auto sprang nicht mehr an. Zu unserem großen Glück trafen wir nach kurzem Umherirren auf den Ranger des Gebiets, welcher uns Starthilfe gab und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Dieser Umstand führte allerdings dazu, dass wir wider unserem Plan den See zu umqueren direkt in die nächste größere Stadt fahren mussten.

So führte uns unser Weg nach Wairoa, wo wir lediglich eine Nacht blieben und eine Werkstatt aufsuchten, welche zu unserem Glück unsere Batterie für sehr funktionsfähig erklärte und unser Auto von nun an pannenfrei weiterfahren konnte.

Unser nächster Halt war der Lake Tutira. Wir haben einen Campingplatz in Mitten einer Schafsweide ausfindig gemacht und dort eine Nacht geschlafen. Gegen 5 Uhr wurden wir unliebsam geweckt da unsere Matratze im Auto wackelte. Beide dachten wir, der jeweils andere habe seine Beine nicht unter Kontrolle, wie sich später herausstellte spürten wir ein leichtes Erdbeben, das sein Zentrum jedoch im Norden der Nordinsel hatte. Am Tag unternahmen wir eine kleine, aber doch sehr steile Wanderung, welche einen tollen Ausblick über den ganzen See bot.

Reise nach Hobbiton

Nachdem unser Aufhalt in Taupo ein Ende fand, machten wir uns auf den Weg nach Matamata, um uns dort den berühmten Drehort „Hobbiton“ aus den „Herr der Ringe“-Filmen anzuschauen.

Auf der Fahrt machten wir einen Halt in Waitomo. Dieser Ort ist für seine Glühwürmchenhöhlen weltbekannt. Auch wir konnten uns es nicht entgehen lassen, eine dieser Glühwürmchenhöhlen zu besichtigen. Uns gelang es eine Tour zu finden, die durch zwei unbekanntere Höhlen führte und eine kleinere Gruppe bot, als die meisten anderen Touren. So kamen auch wir in den Genuss Glühwürmchen im Dunkeln betrachten zu können und zusätzlich sogar noch eine Trofsteinhöhle zu sehen. Die Bilder von der Glühwürmchenhöhle können wir euch aus urheberrechtlichen Gründen nur persönlich zeigen, da unsere Handys natürlich keine guten Fotos in der Höhle machen konnten.

Am Abend fuhren wir dann weiter auf einen Campingplatz in der Nähe von Matamata. Auf diesem hatten wir einen wundervollen Überblick über die Landschaft und wir kamen auch in den Genuss von frischen Eiern aus dem Hühnerstall von nebenan.

Taupo

Nach 4 Wochen harter Arbeit haben wir uns von Te Puke aus auf dem Weg nach Taupo gemacht. Taupo liegt ziemlich in der Mitte der Nordinsel am gleichnamigen See „Lake Taupo“. Auf der Fahrt ließ sich perfekt ein Zwischenstopp einlegen, um uns die „Huka Falls“ und die „Craters of the moon“ anzugucken. Bei den Huka Falls hat man eine beeindruckende Aussicht auf den Wasserfall und das wundervoll blaue Wasser.

Die „Craters of the moon“ bieten, ähnlich wie in Rotorua, eine Thermallandschaft, die durch ihre karge Oberfläche ein wenig an Mondkrater erinnern. Auch hier konnten wir, unter deutlich weniger Gestank, dampfende und zischende Erdlöcher begutachten.

Nach einem sehr verregneten Tag machten wir uns wieder auf, um auf einer kleinen Wanderung den Lake Taupo zu erkunden. Die Wanderung führte uns durch grünes, feuchtes Buschland auf einen Berg, von dem aus wir einen exzellenten Blick auf den See hatten.

Unsere Arbeit auf der Kiwiplantage

Als nächstes sind wir nach Te Puke gereist, der Kiwi Hauptstadt der Welt. Wir haben vier Wochen auf unzähligen Kiwifeldern gearbeitet und wissen vieles darüber. Das können wir jetzt an euch weitergeben, da es glaube ich nicht so uninteressant ist, wie Kiwipflanzen gepflegt werden.

Die Kiwipflanzen sind in Reihen angepflanzt. Die Äste der weiblichen Pflanzen werden waagerecht über straffgezogene Leinen gelegt, die Äste der männlichen nicht. Sie bleiben buschig. Durch das Hochlegen der Äste kann man super zwischen den Reihen durchlaufen, praktisch unter den Ästen.

Die Kiwisaison geht von Anfang Oktober bis Ende März. Im Oktober sind erstmal die Goldkiwis dran. Man geht durch die Reihen und macht „Bud thinning“, das heißt man lichtet die Knospen aus. Die Goldkiwi ist eine Hochzüchtung, die süßer schmeckt. Dadurch produziert die Pflanze viel mehr Knospen. Sie hängen meist zu dritt an einem Strang, sodass es unsere Aufgabe war, die zwei äußeren zu entfernen. Somit wird die zurückgelassene Knospe größer und hat genug Platz und Kraft eine große Kiwi zu werden. Außerdem hängen meist zu viele Knospen an einem Ast, sodass wir welche entfernen mussten, damit der Ast die Kiwis überhaupt tragen kann.

Ende Oktober sind dann auch die grünen Kiwipflanzen dran, diese sind nämlich die Ursprungspflanze. Sie sehen viel natürlicher und wilder aus und haben viel weniger Knospen. Beim schnelleren Durchlaufen der Reihen findet man nur selten Knospen-Trios. Dafür gibt es an den Pflanzen allerdings viel mehr missgebildete Knospen, die später natürlich keine schön geformten Kiwis werden und wir sie somit abmachen müssen. Das war auch bei den Goldkiwis der Fall, allerdings eher selten.

Teilweise war auch „Tipping“ unsere Arbeit. Hierbei drückt man die Enden der Triebe zusammen, damit diese nicht noch um einige Meter länger werden und dann Ende der Saison dem Abschneider noch mehr Arbeit machen. Man darf die Triebspitzen nicht abknipsen, denn sonst bilden sich einfach wieder mehrere neue. Nur zerquetschen.

Die Goldkiwis bedürfen also viel mehr Arbeit als die normalen grünen Kiwis. Dadurch ist es auch verständlich, warum die goldenen viel teurer sind. Auch hier.

Nach der Arbeit hat man sehr dreckige Daumen und Zeigefinger, auch noch Tage danach. Das gute an der Arbeit ist, dass man relativ einfach und schnell gutes Geld macht und den ganzen Tag draußen an der frischen Luft ist. Ihr wisst ja nicht wie herrlich ein Morgenkonzert der Vögel in den riesen Hecken um die Kiwifelder ist. Zudem bekommt man den ganzen Tag gratis Vitamin D durch die Sonne.

Die Kiwiernte ist leider erst im März. Mal gucken, ob wir die auch schaffen.

Hamilton und Rotorua

Nach unserer Abreise  aus Auckland zog es uns in das 100km südlicher gelegene Hamilton. Wir haben für drei Tage in einem Hostel im Zentrum von Hamilton genächtigt. Von dort aus liefen wir am „Waikato River“ zu den  „Hamilton Gardens“, eine große Parkanlage, die sich in viele kleine Themengärten aufspaltet. So gab es zum Beispiel einen britischen Garten oder einen Kräutergarten.

Am Tag darauf fuhren wir in das 20km entfernte „Kiwihouse“ in Otorohanga. Neben dem Erlebnis einen Kiwi bestaunen zu dürfen, bot der Vogelpark auch viele weitere, in Neuseeland heimische Vogel- und Echsenarten.

Nach drei Tagen Hamilton brachen wir nach Rotorua auf. Die Gegend um Rotorua ist geothermal sehr aktiv, so gibt es dort viele Geysire und dampfende Erdlöcher zu sehen. Dieses faszinierende Schauspiel hat allerdings seinen Preis: durch den ausgestoßenen Schwefelwasserstoff riecht es überall nach faulen Eiern. Trotz des schlechten Geruchs ließen wir es uns nicht nehmen die Thermalquellen aus nächster Nähe zu betrachten und besichtigten den „Wai-O-Tapu“-Park. Dort gab es viele kleine heiße Quellen und überall dampfte es aus der Erde. Ein beeindruckender Anblick.

Tags darauf sind wir durch den „Redwood Forest“ gewandert und haben die frische, feuchte Waldluft genossen.